Verbote oder Einschränkungen

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Sowohl Diäten als auch dauerhafte Ernährungslehren beinhalten häufig zahlreiche Verbote.

Manche kommen auch ohne Verbote aus, denn sie haben stark eingeschränkte Listen erlaubter Nahrungsmittel. Alles andere ist verboten, was aber so nicht gesagt wird.

Bei vielen Ernährungslehren fällt auf, dass einige Nahrungsmittel gleichsam heilig gesprochen werden, beispielsweise Vollkornprodukte oder Gemüse und andere werden in Bausch und Bogen verteufelt.

Verbote als religiös motivierte Bestrafung

Den Verboten von Schokolade, Hamburgern oder Schweinebraten haftet häufig etwas Religiöses oder gar Fanatisches an.

Wenn man je wieder Zucker isst, kommt man nicht in den Himmel der Gesundernährer.

Schließlich habe man sich an der Gesundernährung versündigt, was man deutlich am Übergewicht erkennen kann.

Diese strengen Verbote haben ihre Wurzel teilweise tatsächlich in religiösen Vorstellungen.

Obwohl Mönche früher häufig der Völlerei zugeneigt waren, gab es strenge Fastenregeln. Diese Fastenregeln wurden religiös untermauert. Wer sich bei der Ernährung kasteite war der bessere Christ. So konnte man die Menschen auch in Hungerzeiten bei der Stange halten. Außerdem fördert Hungern religiöse Visionen.

Von heutigen Übergewichtigen erwartet niemand, dass sie Mönche werden, aber sie sollen sich zumindest bei der Ernährung kasteien.

Verbote vermeintlich sündiger Verlockungen passen sehr gut zu dieser Einstellung.

Anstatt der Strafe Gottes wird heutzutage die schreckliche Insulin-Ausschüttung als Begründung herangezogen, um auch noch die kleinste Zuckermenge zu verbieten.

Dabei braucht man sowohl eine gewisse Menge Kohlenhydrate als auch das verpönte Insulin, um zu überleben.

Einschränkungen mit Augenmaß

Für das dauerhafte Abnehmen bei psychischem Wohlbefinden ist es daher sehr viel vernünftiger, die besonders kalorienreichen Nahrungsmittel in sinnvoller Weise einzuschränken.

Einerseits sollte man bedenken, dass es bei der Ernährung weder um Religion noch um ethische Aspekte geht, sondern um den eigenen Körper.

Essen ist keine Sünde, außer vielleicht gegen sich selbst, wenn man es übertreibt.

Um dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun, ist es sinnvoll, bestimmte Nahrungsmittel einzuschränken.

Einschränkung heißt in diesem Zusammenhang nicht, dass man darauf zeitlebens vollständig verzichten muss, es sei denn man reagiert dauerhaft süchtig auf ein Nahrungsmittel.

Beim Abnehmen kann es sogar helfen, sich hin und wieder seine Lieblingsspeise zu gönnen.

Das kann beispielsweise ein wöchentliches großes Eis sein, dass man sich fest geplant gönnt. Oder man erlaubt sich, zu bestimmten Gelegenheiten in einem Restaurant zu essen, worauf man Appetit hat.

Solche geplanten und erlaubten Ausnahmen helfen in mehrfacher Hinsicht beim langfristigen Abnehmen.

In erster Linie helfen Ausnahme-Leckereien der Psyche, die Ernährungsumstellung dauerhaft durchzuhalten. Das Unterbewusste und das innere Kind fühlen sich beachtet und sind daher kooperativer in Bezug auf die täglichen Einschränkungen.

Auch der Körper profitiert von üppigen Ausnahmemahlzeiten, denn er spürt, dass keine Hungersnot herrscht. Daher fühlt er sich nicht veranlasst, den Stoffwechsel herunter zu fahren. Das funktioniert jedoch nur, wenn man insgesamt nicht extrem wenig isst (siehe "Hungerstoffwechsel" ab Seite 73).

Die üppigen Sondermahlzeiten sollten jedoch nicht so üppig sein, dass sie die ganzen Abnehmbemühungen der restlichen Woche zunichte machen.

Um diesbezüglich auf Nummer sicher zu gehen, kann man sich bei regelmäßig wiederkehrenden gleichartigen Leckerein die Mühe machen, und den Kaloriengehalt der Leckerei ausrechnen. Dann überlegt man sich, in welcher Form man diese Extra-Zulage ausgleichen kann, entweder durch vermehrt Sport oder durch besonders kalorienarme Mahlzeiten zu anderen Zeiten.

Bis man die richtige Mischung aus Einschränkung und gelegentlichem Schlemmen für sich persönlich herausgefunden hat, muss man meistens eine Weile experimentieren.

Auch im Laufe der Zeit wird man seine Essgewohnheiten immer wieder an die aktuelle Situation und eventuell geänderte Vorlieben anpassen müssen.

Dabei ist es wichtig, dass man sich selbst gegenüber ehrlich ist.



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