Kann Sport dick machen

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Normalerweise geht man davon aus, dass Sport schlank macht.

Aber stimmt das überhaupt in jedem Fall?

Kann Sport vielleicht auch dick machen?

Zunächst klingt diese Vorstellung absurd, doch wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es durchaus plausibel.

In zwei Extremen kann Sport tatsächlich zur Entstehung von Übergewicht beitragen und das Abnehmen verhindern.

Sportliche Unterforderung macht dick

Wenn man nur wenig oder mit geringer Intensität trainiert, dann besteht die Gefahr, dass man sich für die sportliche Aktivität mit mehr Essen belohnt, als man beim Sport verbraucht hat.

Der Kalorienverbrauch bei der körperlichen Aktivität wird häufig überschätzt, vor allem, wenn viel Vorbereitungszeit damit verbunden ist.

Als Beispiel kann man sich eine Frau vorstellen, die zum Schwimmtraining geht. Zuerst muss sie sich anziehen und ihre Schwimmtasche packen. Dann fährt sie zum Schwimmbad. Dort zieht sie sich um und duscht sich ab. Schließlich wird eine Viertelstunde geschwommen. Danach wird wieder geduscht, diesmal gründlicher, anschließend wieder umgezogen, nach Hause gefahren, das Schwimmzeug ausgewaschen und aufgehängt. Insgesamt kann solch ein Schwimmtraining leicht zwei Stunden beanspruchen. Das macht den Eindruck einer großen sportlichen Leistung.

In Wahrheit wurde aber nur eine Viertelstunde trainiert und dabei maximal 125 bis 200 kcal verbraucht.

Wenn es dann zur Belohnung für die sportliche Leistung ein Stück Torte mit 400 kcal gibt, dann hat man mehr Kalorien aufgenommen als man beim Sport verbraucht hat.

Ähnlich sieht es aus, wenn man eine ganze Stunde langsam Fahrrad fährt. Zwar hat man eine ganze Stunde Sport getrieben, aber weil es nur langsam war, hat man in der Zeit nur 200 kcal verbraucht. Die frische Luft und die Bewegung machen hungrig und nach einer Stunde Training hat man den Eindruck, dass man sich etwas gönnen darf.

So kann unterforderndes Training zu Übergewicht führen, wenn man den Energiebedarf des Trainings überschätzt und infolgedessen zu viel isst.

Bei vielen Abnehmwilligen führt auch eine falsche Vorstellung über die Vorteile des Fettverbrennungspulses zu wenig anstrengendem Training und somit zu mehr Übergewicht (siehe Seite 262).

Wenn man aber untrainiert ist, sollte man unbedingt mit langsamem Training beginnen, damit man sich nicht überfordert.

Erst nach und nach sollte man die Intensität des Trainings erhöhen, entsprechend der eigenen Leistungsfähigkeit.

Wenn man sich nicht durch kalorienreiche Nahrung für das langsame Training belohnt, kann auch das ruhige Training beim Abnehmen helfen.

Sportliche Überforderung macht dick

Überforderung beim Training kann ebenso dick machen wie Unterforderung.

Wenn man zu lange oder zu intensiv trainiert, wird man früher oder später regelrecht schwach vor Hunger. Das Hungerhormon Ghrelin meldet sich dann mit ausgesprochener Vehemenz (siehe Seite 117)

Nach dem überanstrengenden Training wird dann häufig zuerst eine große Menge Cola oder süßer Mineraldrink getrunken, um den Blutzuckerspiegel wieder zu erhöhen. Danach gibt es oft noch mehrere energiereiche Riegel zur Stärkung.

Da der Hunger so groß war, reicht das jedoch noch lange nicht, weshalb bei der nächsten Mahlzeit kräftig reingehauen wird. Schließlich hat man sich ja sehr verausgabt und glaubt, sich das ganze Essen verdient zu haben.

Doch schnell hat man noch mehr Kalorien zu sich genommen als man bei seiner heroischen sportlichen Leistung verbraucht hat.

Ein weiteres Problem bei sportlicher Überforderung kann sein, dass man an den nächsten Tagen zu erschöpft ist, um erneut Sport zu treiben.

Auch zu Muskelkater oder gar Verletzungen kann es bei zu intensivem Training leicht kommen.

So kann überforderndes Training dick machen.



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