Ursachen für inneres Bauchfett

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Warum es zu innerem Bauchfett kommt, ist noch nicht abschließend geklärt. Es gibt jedoch verschiedene Theorien zur Entstehung des inneren Bauchfettes.

Ernährung

Manchmal wird behauptet, dass inneres Bauchfett durch zu reichliches Essen entsteht, genau wie das normale Unterhautfettgewebe. Manche Autoren grenzen die Ernährung zur Förderung des inneren Bauchfetts auf besonders zuckerreiche oder fettreiche Nahrung ein.

Doch diese Vorstellung erklärt mitnichten, warum Überernährung bei manchen Menschen zu innerem Bauchfett und bei anderen zu Unterhautfett führt.

Bewegungsmangel

In neueren Studien wurde festgestellt, dass Bewegungsmangel das innere Bauchfett wachsen lässt.

Schon zwei Wochen ohne regelmäßige Bewegung können das innere Bauchfett deutlich zum Wachsen bringen. Das kann in medizinischen Studien man durch wiederholte Untersuchungen mit einem Computer-Tomographen beobachten.

In anderen Studien wurde festgestellt, dass das innere Bauchfett durch regelmäßige Bewegung relativ schnell geringer wird.

Dass Bewegung gegen inneres Bauchfett hilft, ist auch logisch, denn die ursprüngliche Aufgabe des Bauchfettes ist es schließlich, Energie für ausgiebige Bewegung zur Verfügung zu stellen.

Bewegung, die Freude macht, hilft vermutlich besonders gut gegen das innere Bauchfett, weil sie auch den Stress mindert, der eine weitere Ursache für inneres Bauchfett ist.

Dauerstress

Lang andauernder Stress könnte eine plausible Ursache für inneres Bauchfett sein.

Wenn man dauerhaftem Stress ausgesetzt ist, erhöht sich der Cortisol-Spiegel. Cortisol ist ein Hormon aus der Nebenniere. Es entspricht dem künstlich hergestellten Kortison in der Medizin.

Eine Nebenwirkung von dauerhafter Kortison-Anwendung ist die sogenannte Stammfettsucht. Bei der Stammfettsucht wird der Bauch dick und die Gliedmaßen bleiben schlank.

Bei einer erhöhten Ausschüttung von körpereigenem Cortisol kann es zu einem ähnlichen Phänomen kommen: das innere Bauchfett wächst. Dies geschieht, weil die Zellen des inneren Bauchfettes besonders gut in der Lage sind, das Cortisol zu binden.

Weil der Zusammenhang zwischen dem Stresshormon Cortisol und der Entstehung von Fett im Bauchraum in der Medizin eine bekannte Tatsache ist, spricht einiges dafür, dass Stress eine besonders wichtige Ursache für inneres Bauchfett ist.

Besonders schlimm wirkt sich offenbar Stress aus, gegen den man sich machtlos fühlt. Hat man jedoch Hoffnung, den Stress bewältigen zu können und dass anschließend wieder stressärmere Zeiten folgen, dann hat der Stress weniger schlimme Auswirkungen.

Dabei bleibt jedoch unklar, warum manche Menschen bei Stress nicht dick werden, sondern sogar abnehmen. Das betrifft vor allem Menschen, die sowieso schon schlank sind. Eine mögliche Erklärung dazu wäre, dass bei schlanken Menschen die Cortisol-Produktion relativ schnell nachlässt, wenn sie unter starkem Stress stehen.

Viele Menschen verlieren in Stresssituationen auch den Appetit, sodass gar kein Nahrungsüberschuss vorhanden ist, um Bauchfett zu bilden. Andere Menschen trösten sich bei Stress mit Essen, oft mit besonders fett- und zuckerreichen Nahrungsmitteln. Diese Nahrungsmittel sorgen nämlich besonders stark für die Ausschüttung von tröstenden Endorphinen.

Weitere Informationen über Stress als Dickmacher finden Sie ab Seite 136.

Über Cortisol finden Sie ausführlichere Informationen ab Seite 113.

Ungleichgewicht der Geschlechtshormone

Die Geschlechtshormone wirken sich auch auf das Wachstum des Bauches aus. Diese Zusammenhänge sind bislang jedoch noch nicht umfassend erforscht und bekannt.

Einige Auswirkungen der Geschlechtshormone auf das innere Bauchfett zeichnen sich aber schon klar ab.

Dabei muss man zwischen Männern und Frauen unterscheiden.

Östrogen-Dominanz bei Männern

Wenn Männer zunehmen, dann wächst bei ihnen meistens vor allem der Bauch.

Diese Neigung zum Kugelbauch hängt daher möglicherweise mit dem erhöhten Testosteronspiegel zusammen.

Doch nicht jeder Mann bekommt einen dicken Bauch, es gibt auch sehr schlanke Männer mit einem hohen Testosteronspiegel. Das Testosteron kann also nicht allein verantwortlich für einen dicken Bauch sein.

Der runde Kugelbauch bei Männern wird häufig als Bierbauch bezeichnet. Zu Recht, denn viele Bierbauch-Träger trinken gerne und regelmäßig Bier.

Warum ist es aber ein Bierbauch und nicht etwa ein Weinbauch?

Bier enthält nicht nur, ebenso wie Wein, jede Menge Kalorien, sondern durch den Hopfen enthält Bier auch pflanzliche Östrogene.

Bei Männern wirken sich Östrogene offenbar unter anderem so aus, dass das innere Bauchfett wächst.

Anscheinend müssen zu dem vielen Testosteron des Mannes noch vermehrt Östrogene hinzukommen, um die Entstehung eines dicken Bauches zu fördern.

Testosteron-Dominanz bei Frauen

Doch bei Frauen sollen Östrogene eher das Fett auf den Hüften wachsen lassen. Wie passt das zusammen?

Bei molligen Frauen ist das Fett im Allgemeinen schön gleichmäßig verteilt, sodass es zu der Birnenform kommt.

Aber manche Frauen neigen, wie die Männer, eher zur Apfelform. Die Hüften sind vergleichsweise schmal und die Taille ist auch im schlanken Zustand nicht sehr ausgeprägt. Bei manchen dieser Frauen kann man auch einen leichten Bartwuchs beobachten.

Das deutet darauf hin, dass die betroffenen Frauen einen erhöhten Testosteron-Spiegel aufweisen. Könnte es an der Kombination von Östrogenen und einem erhöhten Testosteronspiegel liegen, dass diese Frauen durch Östrogen-Einfluss verstärkt zur Apfelform und einem dicken Bauch neigen?

Auch die Tatsache, dass der Bauch bei Frauen ab der Lebensmitte häufig besonders zunimmt, spricht für eine Beteiligung des Östrogens und des Testosterons. Denn in den Wechseljahren kommt es, vor allem zu Beginn, zu einem Mangel an Progesteron, noch bevor das Östrogen abnimmt. Das Östrogen ist dann im Verhältnis zum Progesteron dominant, selbst bei leichtem Östrogenmangel. Daher spricht man auch von einer Östrogen-Dominanz. Bei Östrogen-Dominanz kommt es häufig zu einem dicken Bauch, einerseits durch Wassereinlagerungen und andererseits wohl auch durch vermehrtes inneres Bauchfett (siehe Seite 119).

Auch der Testosteronspiegel ist bei Frauen in den Wechseljahren oft mehr oder weniger stark erhöht. Das wirkt sich insbesondere dann besonders stark aus, wenn gleichzeitig der Progesteronspiegel zu niedrig ist. Man kann dann auch von einer Testosteron-Dominanz sprechen.

Weil der dicke Bauch in und nach den Wechseljahren so häufig vorkommt, spricht man auch vom Menopausen-Bauch (siehe Seite 131).



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